9. bis 12. Etappe

9. bis 12. Etappe

9. Etappe

18.4.2016
48,1 km
Rauf: 360 m
Runter: 390 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Mechy nach Vandières

Das war eine enspannte Etappe. Erst bin ich über die Landstraße nach Metz geradelt. Dort habe ich mir die Kathedrale angeguckt, die mir sehr gut gefallen hat, insbesondere die Fenster.


 Danach ging es entlang eines Kanals der Mosel auf einem Radweg. Einige Zeit habe ich damit verbraucht im Gewerbegebiet hinter Metz Kettenöl zu finden, da die Kette nach der Fahrt am Tag zuvor durch Pfützen und Matsch nicht mehr wirklich gut geölt war. Außerdem konnte ich bei der Gelegenheit auch meine Sattelfederung ölen, sodass diese jetzt nicht mehr bei jeder Bewegung knarzt. Außerdem funktioniert sie jetzt wieder, was bei Schotterwegen echt angenehm ist.

Danach ging es weiter entlang der Mosel. Leider hatte diese Hochwasser, sodass ein Teil des Radweges etwa 10 cm tief unter Wasser stand. Ich habe mir also nasse Füße geholt, aber mein Fahrrad ist jetzt wieder etwas sauberer.


Übernachtet habe ich in einer kleinen Herberge. Dort habe ich zwei ältere Damen getroffen, die zu Fuß von Köln nach Santiago pilgern. Wir haben gemeinsam zu Abend gegessen. Das Abendessen war richtig gut, mit drei Gängen und super lecker.


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10. Etappe

19.4.2016
57,6 km
Rauf: 590 m
Runter: 530 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11 km/h

Von Vandrières nach Choloy-Ménillot

Wieder eine sehr entspannte Etappe. Ich bin jetzt in einem deutlich flacheren Gebiet als vor Trier und das merkt man beim fahren. Außerdem bin ich inzwischen wohl doch auch ein bisschen trainierter. Das Gepäck nehme ich nicht mehr so stark wahr, wie am Anfang. Die Strecke ging wieder zum Teil an der Mosel entlang und dann schließlich durch Toul. Auch dort habe ich mir wieder die Kathedrale angeschaut, welche mir noch besser gefallen hat, als die in Metz.


  
Übernachtet habe ich in einem kleine Dorf kurz hinter Toul, bei einer Familie, die Pilger aufnimmt. Das war super nett, auch wenn wir ein wenig Schwierigkeiten hatten zu kommunizieren, weil sie nur recht schlecht englisch sprachen und ich nur recht schlecht französisch. Letztlich haben wir es aber trotzdem hinbekommen uns zu unterhalten. Gekostet hätte mich das ganze mit Abendessen und Frühstück gar nichts. Ich habe der Frau am Morgen aber eine kleine Spende gegeben, die sie kaum annehmen wollte.


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11. Etappe

20.4.2016
80,2 km
Rauf: 920 m
Runter: 820 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Choloy-Ménillot nach Contrexéville

Das war meine bisher längste Etappe. Eigentlich wollte ich nur bis Neufchateau fahren, dass etwa 40km entfernt war, aber dann war ich schon um kurz vor 12 Uhr kurz vor dem geplanten Ziel und habe mich entschieden weiter zu fahren. Da ich jetzt in einem schwach besiedelten Gebiet bin, gibt es aber nur recht selten Unterkünfte und so musste ich bis Contrexéville weiter fahren. Dabei bin ich oft lange Stücke gefahren ohne auch nur einen Menschen oder ein Haus zu sehen. Außerdem war es heute richtig warm und ich habe mir direkt mal einen Sonnenbrand an den Armen geholt, weil ich die Sonne unterschätzt habe.

In Contrexéville angekommen war ich dann ziemlich kaputt. Da ich noch keine Unterkunft reserviert hatte, habe ich in der Touristeninformation nachgefragt. Die hat ein paar Leute angerufen, die gerne Pilger aufnehmen, aber keiner konnte mich aufnehmen. Nach viel Sucherei mit der Hilfe eines netten Mannes habe ich dann schließlich eine halbwegs bezahlbare Unterkunft in einem Hotel gefunden. Zum Campen ist es leider im Moment nachts zu kalt. Während es Tags gut 20° ist, geht die Temperatur nachts auf 2°-4° runter.

Ach übrigens, direkt neben Contrexéville liegt Vittel, wo das Vittel Wasser herkommt.


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12. Etappe

21.4.2016
50,8 km
Rauf: 630 m
Runter: 720 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 9 km/h

Von Contrexéville nach Bourbonne-les-Bains

Heute hatte ich eigentlich eine länger Etappe geplant, weil es von Contrexéville nach Bourbonne-les-Bains nur 38 km sind. Leider habe ich mich dann auf halber Strecke im Wald total verfahren. Dort war in meinem Büchlein eine Alternative Route für Fahrradfahrer angegeben und ich dachte, ich würde die auch fahren, aber dann wurde der Weg immer Homburger und immer schmaler und irgendwann war ich auf einem Trampelpfad. Dabei bin ich die ganze Zeit bergab gefahren, weshalb ich nicht rumdrehen wollte, sonder gehofft habe, dass der Pfad irgendwann auf die Straße führt, auf die ich wollte. Er führt auch erst in die richtige Richtung, aber dann knickte er ab, sodass er ungefähr 800m parallel zu Straße ging. Tja und dann hörte er an einem Zaun auf. Ich habe dann versucht mich die 800 m zur Straße durchs Unterholz durch zuschlagen, was mit Fahrrad ziemlich anstrengend war. Leider hatte das keinen Erfolg, weil mir irgendwann Gestrüpp und umgefallene Bäume den Weg versperrten. Nach etwa einer Stunde herumgeirre, in dem ich echt verzweifelt bin, habe ich dann also doch umgedreht und bin den ganze Pfad bergauf zurück. Das war echt anstrengend, weil der Pfad manchmal recht steil war und auch sehr matschig und so musste ich die ganze Zeit schieben. Als ich dann endlich wieder auf einem etwas festeren Weg war, habe ich an einer Kreuzung den anderen Weg gewählt und der führte dann auch zu Straße runter. Dann war es auch nicht mehr weit bis Bourbonne-les-Bains, aber ich war von der Wald Aktion so kaputt, dass ich entschieden habe hier zu bleiben und nicht mehr weiter zu fahren.

Wenigstens das Wetter war toll und der Wald war auch wirklich schön. Überall haben Vögel gesungen und ich habe sogar ein Reh gesehen.


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3 thoughts on “9. bis 12. Etappe

  1. Die Kirchen sind wirklich schön 🙂 und auch wenn die letzte Etappe nicht so schön war, klappt die heute sicherlich umso besser 😀
    Ich hoffe das Wetter und die Menschen bleiben weiterhin so toll für dich!

  2. Hallo Vera, ich kann kaum glauben, dass du schon so weit gekommen bist, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben!
    Was du erlebst, klingt wirklich nach einer tollen Reise! Noch ganz viel Spaß dabei!
    Und danke für die schönen Fotos, da hat man direkt Lust, sich das selber anzusehen.

  3. Beeindruckend, wie weit du schon gekommen bist. Ich bin gespannt auf deine mündlichen Berichte, wenn es um die Kirchen geht. Du hast mir dann quasi dreitausend Prozent voraus, was die französischen Kathedralen angeht – und das als Kunstgeschichtler 😀

    Ich wünsche dir viel klares Wetter und freundliche Pilgerer!

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