23. und 24. Etappe

23. und 24. Etappe

23. Etappe

2.5.2016
54,2 km
Rauf: 1140 m
Runter: 690 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Montbrison nach Saint-Georges-Lagricol

Das war nicht nur die Etappe auf der ich insgesamt die meisten Höhenmeter gemacht habe, ich habe auch den höchsten Punkt meines bisherigen Weges erreicht. Entsprechend anstrengend war die Etappe. Trotz der Tatsache, dass ich viele Stücke schieben musste, hatte ich aber schon recht früh die ersten 30km und den Pass bei 1140m hinter mir, an dem ich eigentlich übernachten wollte.

Ich habe also beschlossen noch ein kleines Stück weiter zu fahren. Das Hotel im nächsten Dorf konnte ich nicht erreichen und ging davon aus, dass die Mittagspause machen. Also bin ich einfach mal in die Richtung gefahren. Ich hatte nicht bedacht, dass Montag war und Montags hat hier Gefühlt mehr geschlossen als Sonntags. Das Hotel hatte also Ruhetag, alle Restaurants im Dorf ebenfalls und auch ein weiteres Hotel, dass nicht zu teuer war, war zu. Es war dann schon früher Nachmittag und ich hatte immer noch keine Unterkunft in Aussicht und seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, weil auch alle Läden auf meinem Weg zu hatten. Nachdem ich dann doch einen geöffneten Supermarkt gefunden hatte, habe ich also erstmal eine Mittagspause eingelegt und sämtliche Unterkünfte im Umkreis von 15km angerufen, auch die, die nicht auf dem Weg lagen. Genau eine habe ich schließlich erreicht und zu meiner Erleichterung hatten sie noch einen Platz für mich. Leider musste ich dorthin noch 12 km weiter fahren. Es ging zwar auch viel bergab, aber auch immer wieder bergauf. Insgesamt war dies also eine sehr anstrengende Etappe. Dafür wurde man auch immer wieder mit einer wunderschönen Bergwelt belohnt.
In der Gite, in der ich schließlich untergekommen bin, waren außer mir noch 4 weitere Pilger. Zwei aus Deutschland, einer aus Holland und einer aus dem Elsass, der aber auch deutsch konnte. Sie erzählten mir, dass sie alle am Tag zuvor bei dem Pass Schnee hatten. Ich habe also wirklich Glück gehabt, dass ich einen Tag später da war.


(Wenn man die Karte anklickt kann man die Bilder genauer ansehen)

24. Etappe

3.5.2016
39,3 km
Rauf: 570 m
Runter: 770 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Saint-Georges-Lagricol nach Le Puy-en-Velay

Nach der anstrengenden Etappe von gestern, war dies ein kurze Etappe nach Le Puy-en-Velay, dem Ziel von vielen Pilgern, die in Cluny starten und der Startpunkt für viele Pilger, die nach Santiago de Compostela pilgern. Angeblich gehen hier im Mai durchschnittlich jeden Tag 100 Pilger los.
Aber nun erstmal etwas zu meiner Etappe. Das Wetter war heute unbeständig. Immer wieder hat es genieselt, aber niemals stark geregnet. Da es dabei diesmal nicht so kalt war, war es eigentlich ganz angenehmes Wetter. Am Anfang ging es noch stark auf und ab und ich war die ganze Zeit auf einer sehr viel befahrenen Straße unterwegs. Dann gab es ein langes Stück, bei dem es nur bergab ging und wo ich es dann plötzlich sehr gut fand, auf einer großen und guten Straße zu sein, weil ich hier einfach rollen lassen konnte und Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreicht habe.

(Burg von Polignac)

Kurz vor Le Puy-en-Velay ging es dann noch mal über einen Berg, aber der hat sich gelohnt, weil man von dort oben einen wunderbaren Blick auf Le Puy hatte. In Le Puy gibt es zwei riesige Felsensäulen aus Basalt. Auf der einen steht eine Kirche auf der anderen eine 16 m hohe Marienstatue.
Ich hatte mir schon zuvor überlegt einen Ruhetag in Le Puy einzulegen und jetzt war ich um so froher diese schöne Stadt dafür gewählt zu haben.

Die Gite in der hier untergekommen bin, ist leider nicht so toll. In einem 6-Mann-Zimmer zu schlafen, finde ich nicht so schlimm, aber die Betten sind ganz schrecklich ungemütlich. Dafür habe ich mir abends dann ein Abendessen in einem teuren Restaurant gegönnt, nachdem ich den ganzen Tag über nur einen Apfel und zwei Stücke Käse gegessen hatte. Ich hatte einen kleinen grünen Salat, der gar nicht klein war, sondern ein riesiger Telle von und dannach eine Wurst mit Grünen Linsen, die hier aus Le Puy kommen und eine Spezialität sind.


(Wenn man die Karte anklickt kann man die Bilder genauer ansehen)

Ruhetag

4.5.2016

Heute habe ich dann meinen Ruhetag. Ich hatte eigentlich vor mal auszuschalfen, aber das hat schließlich nicht geklappt, weil im Schlafsaal alle früher aufgestanden sind und das Bett so ungemüdlich war, dass man nicht länger als nötig liegen bleiben wollte. Nach dem Frühstück habe ich dann die Stadt erkundet, bin auf die Marienstatue gestiegen, von wo man einen tollen Blick über die Stadt und das umliegende Land hatte und habe die Kathedrale besucht. Jetzt werde ich noch ganz in Ruhe meine Karten für die nächsten Tag vorbereiten und ein kleines Packet nach Hause schicken, mit Zeug, dass ich nicht mehr brauche und dass ich nicht länger mit mir herumschleppen möchte.


2 thoughts on “23. und 24. Etappe

  1. Die Kirche auf dem Fels/Berg find ich mega cool:)
    Das hat was.
    Bist du jetzt deine ganzen Kaltwettersachen losgeworden? Obacht, es wird wieder kälter. Bei uns sind jetzt an Pfingsten nur noch 13°C angesagt-.-
    Hoffe aber das dich das nicht trifft.
    Buen Camino

    1. So viel Wärme Sachen habe ich gar nicht. Den Pulli, trage ich noch immer. Nur die eine wärmere Jacke hatte ich in den letzten Tagen nicht mehr an, aber die behalte ich trotzdem. Man weiß ja nie. So schwer ist die auch nicht.

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