25. bis 30. Etappe

25. bis 30. Etappe

25. Etappe

5.5.2016
43 km
Rauf: 1000 m
Runter: 690 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Le Puy-en-Velay nach Sauges

Das war landschaftlich eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Etappe, die ich bisher gemacht habe. Leider war sie auch sehr anstrengend. Nach Le Puy ging es erstmal ewig bergauf, Das Wetter war ausgezeichnet und die Sonne brannte vom Himmel. Leider bot der Weg wenig Schatten. Danach ging es gut 9km nur bergab. Das war toll. Ich habe nur einmal kurz angehalten um den wunderbaren Blick ins Tal des Allier zu werfen. 

(Blick ins Tal des Allier)

Das ist eigentlich ein recht kleiner Fluss, der aber in einem recht tiefen und schmalen Tal fließt, dessen Hänge komplett bewaldet sind. Nach der Überquerung des Alliers ging es dann wieder nach oben und erst kurz vor Saugues wird steil ein wenig bergab.


(Da unten auf der Straße war ich kurz zuvor noch)

In Saugues habe ich in einer recht großen Herberge für Wanderer übernachtet.


(Wenn man die Karte anklickt kann man die Bilder genauer ansehen)

26. Etappe

6.5.2016
32,7 km
Rauf: 530 m
Runter: 530 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 9 km/h

Von Saugues nach Saint-Alban-sur-Limagnole

Zu Beginn dieser Etappe bin ich auf dem wirklichen Jakobsweg geblieben und nicht auf kleine Straßen ausgewichen. Der Weg war zwar recht schön, hat aber auch viel Kraft gekostet, weil man auch bergab auf dem zum Teil steinigen Weg kaum schnell fahren konnte. Es ging allerdings selten bergab sonder meist bergauf. Dazu kam der Wind, der die ganze Seite von vorne oder von der Seite bließ und gegen Nachmittag immer stärker wurde, sodass es trotz Sonne sogar recht kalt war. Gegen Mittag nach nur 33 km war ich so erschöpft, dass ich für den Tag Schluss gemacht habe.Unterschlupf habe ich in einer recht kleinen Herberge gefunden, die von einem Ehepaar geführt wird. Das ganze hatte eine sehr familiäre Atmosphäre. Beim gemeinsamen Abendessen hätte man die 12 Leute, die außerdem mit in der Unterkunft waren, richtig kennen gelernt. Ich habe nur ein bisschen bedauert, dass ich so schlecht französisch kann, weil ich so dem Tischgesprächen kaum folgen konnte.


(Wenn man die Karte anklickt kann man die Bilder genauer ansehen)

27. Etappe

7.5.2016
84,4 km
Rauf: 1030 m
Runter: 1660 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16 km/h

Von Saint-Alban-sur-Limagnole nach Estaing

In dieser Etappe bin ich glaube ich die längste Etappe gefahren, die meisten Höhenmeter sowohl rauf, als auch runter, im Durchschnitt am schnellsten und war am höchsten Punkt, an dem ich bisher war und, so weit ich weiß, sind selbst die Pyrenäen nicht höher.

Nachdem ich am Tag zu vor darüber nachgedacht hatte, aufzuhören, weil mir das fahren überhaupt keinen Spaß gemacht hatte, bin ich natürlich trotzdem weiter gefahren. Der Wind hatte ein bisschen gedreht oder ich habe meine Richtung geändert, auf jeden Fall kam der Wind bei dieser Etappe meist von der Seite und nur selten von vorne. Zum Ausgleich gab es aber auch kurze Strecken auf denen der Wind mich geschoben hat. Er war dafür sogar noch stärker als am Tag zuvor, weshalb man echt aufpassen musste, nicht von den Böhen in den Straßengraben geweht zu werden.

In der Herberge in Saint-Alban waren neben mir noch drei französische Radfahrer. Drei Männer, die in zwei Wochen nach Santiago fahren wollen. Diese habe ich auf der ersten Steigung wiedergetroffen, wo sie angehalten hatten um ein Foto zu machen. 


Danach habe ich sie immer wieder auf dem Weg getroffen. Erst in einem kleine Dorf, wo sie mich auf einen Kakao eingeladen haben, dann bei meiner Mittagspause hoch oben auf einer Ebene, wo der Wind nur so pfiff. (Sie sind einen Umweg gefahren und deswegen hatte ich sie überholt.) 

(Meine drei französischen Weggefährten bei der Mittagspause)

Nachher sind wir ein ganzes Stück zusammen gefahren bis hoch zum Pass Col d’Aubrac (mit 1340m der höchste Punkt meiner Tour). 


Auf der Hochebene von Aubrac hat man zum Teil das Gefühl plötzlich in Irland gelandet zu sein und das nicht nur wegen dem Wind. Es gibt kaum Bäume, nur grasbewachsene Hügel und darauf Steinmaueren, wie es sie in Irland auch überall gibt.


Nach dem Pass ging es dann 18 km und über 1000 Höhenmeter bergab. Das war toll. Unten angekommen wollte ich eigentlich das Etappenende machen, aber weil ich gerade so gut in Fahrt war, bin ich dann noch die 5km in den nächsten Ort gefahren. Dort habe ich die drei Franzosen wiedergetroffen. Diese wollten noch 12 km weiter fahren und fragten mich, ob ich nicht mitkommen will. Da ich noch nicht vollkommen erschöpft war, habe ich das dan getan. Das war auch eine schöne Strecke entlang des Flusses Lot, die kaum Steigungen hatte. 


(Bilder aus der schönen Stadt Estaing)

Übernachtet haben ich in der Gite communal. Das Abendessen habe ich zusammen mit den drei Franzosen selbst gekocht.

Ach ja, ich habe die Hälfte der Strecke nach Santiago jetzt geschafft.


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28. Etappe

8.5.2016
40,2 km
Rauf: 820 m
Runter: 840 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Estaing nach Conques

Gefrühstückt habe ich noch mit den Franzosen zusammen, dann sind diese schon früh losgefahren, während ich erstmal etwas einkaufen war. Da die Drei eine 90km Etappe geplant hatte, war mir sowieso klar, dass ich da nicht noch einen Tag mithalten kann.
Die Etappe ging zuerst wieder entspannt am Lot entlang, dann aber recht steil bergauf. Zwei Berge lagen auf dem Weg nach Conques. Am zweiten Berg habe ich Jean-Paul getroffen, einen älteren Mann, der mit seinem Elektrofahrrad nach Santiago fährt. Er ist Belgier, lebt aber in Frankreich und spricht sehr gut deutsch, weil er lange in Deutschland gearbeitet hat. Jean-Paul hat gerade seine Mittagspause gemacht und wir haben uns ein wenig unterhalten, bevor ich weiter gefahren bin. Er hat mich dann am Berg eingeholt, weil er mit seinem Elektrofahrrad bergauf schneller ist, als ich. Dafür habe ich ihn bergab wieder überholt. 


(Conques, die bis jetzt schönste Stadt auf meinem Weg.)

Schließlich haben wir zufällig in Conques in der gleichen Herberge übernachtet . Oder auch nicht ganz so zufällig, weil dies die größte Herberge in Conques war, mit 96 Betten, die wohl auch größtenteils belegt waren. Die Unterkunft gehörte zu einem Kloster und man konnte an den Gebeten der Mönche teilnehmen. Ich habe am Nachmittags und Abendgebet teilgenommen. Beide waren von der Stimmung her sehr schön. Es wurde viel gesungen und es war auch nicht schlimm, dass ich sonst vom Französisch nicht viel verstanden habe. Beim Abendgebet habe ich außerdem ein Stück aus der Bibel auf deutsch vorgelesen. Man hatte mich beim Check-In in die Unterkunft gefragt, ob ich das machen könnte. Die suchen sich wohl immer Pilger, die andere Sprachen sprechen. Kurz vorm schlafen gehen, gab es dann noch Orgelmusik und dazu wurde die Kirche beleuchtet.

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29. Etappe

9.5.2016
47,4 km
Rauf: 620 m
Runter: 710 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14 km/h

Von Conques nach Figeac

Bei dieser Etappe war ich die ganze Zeit mit Jean-Paul unterwegs. Wir haben in etwa das gleiche Tempo. Bergauf ist er wegen seinem Elektrorad schneller, bergab und auf geraden Strecken bin ich etwas schneller. Die Strecke, die wir gewählt haben, verlief etwas weiter weg vom eigentlichen Jakobsweg. Dafür haben wir uns einige Berge gespart. Erst ging es sehr flach wieder am Lot entlang, dann gab es aber doch noch eine längere Steigung.


(Jean-Paul auf einer Brücke über den Lot)

 Auf dem Berg hat es außerdem angefangen zu Regnen und schließlich hat es sogar richtig stark geregnet. Leider habe ich das Gefühl, dass meine Regenjacke immer undichter wird und als wir schließlich in Figeac angekommen war, war ich ziemlich durchnässt. Ich hab dann versucht eine neue Regenjacke zu kaufen, aber kein passendes Geschäft gefunden.
Übernachtet habe ich wieder in einer Herberg, die zu einem Kloster gehört. Dort gab es Übernachtung, Abendessen und Frühstück gegen Spende.


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30. Etappe

10.5.2016
47,9 km
Rauf: 680 m
Runter: 570 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13 km/h

Von Figeac nach Varaire

Heute morgen sind Jean-Paul und ich auf unterschiedlichen Wegen weiter gefahren. Er nimmt wieder einen Weg, der vom Jakobsweg entfernt verläuft. Da es auf dem Weg aber kaum Unterkünfte gibt, habe ich mich entschieden, doch näher am Jakobsweg zu bleiben. Also war ich heute wieder alleine unterwegs.
Entgegen der Ansage des Wetterberichtes, dass es den ganzen Tag regnen sollte, ist heute kein Tropfen gefallen. Stattdessen war strahlender Sonnenschein und es ist richtig warm, zum Teil fast schwül, geworden. Ansich war die Etappe nichts besonderes, sie war weder überragend schön, noch gab es viele Steigungen.
Heute übernachte ich in einer kleinen Gite, die sehr schön gelegen ist, in einem kleinen Dorf. Hier gibt es kleine Zimmer mit nur 4 Personen, was sehr angenehm ist, weil ich einige Nächte in großen Schlafsälen verbracht habe. Außerdem gibt es hier einen hübschen Garten und eine Küche, in der ich mir mein Abendessen selbst kochen konnte.


(Wenn man die Karte anklickt kann man die Bilder genauer ansehen)


4 thoughts on “25. bis 30. Etappe

  1. WOW, die Hälfte ist geschafft:)
    Jetzt nur noch das gleiche nochmal 😉
    Ist super, dass du auch immer wieder Fahrradfahrer triffst mit denen du ein Stück zusammen fährst.
    Sind in den Herbergen in denen du bist auch immer Pilger, oder bist du da eher eine Ausnahme?
    Das mit der Regenjacke ist ärgerlich. Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, wie dicht eine Jacke wirklich sein kann, vor allem wenn die auch wirklich atmungsaktiv sein soll.
    Aber du findest schon noch etwas auf dem Weg.
    Weiterhin gute Fahrt, Buen Camino

    1. Seit Le Puy-en-Valey hat man fast das Gefühl auf dem spanischen Jakobsweg unterwegs zu sein, so viele Pilger sind hier unterwegs. Dementsprechend sind auch in den Herbergen meist Pilger. Naja, atmungsaktiv hin oder her, ich finde eine Regenjacke sollten einen in erster Line trocken halten und mit der war ich schon nach weniger als einer halben Stunde vollkommen durchnässt. Naja, jetzt habe ich eine neue Regenjacke und die hat mich beim ersten Regen auch gut trocken gehalten.

      1. Das ist dann doch super.
        Ich denke es ist auch cool, dass du nun auch vermehrt mal andere Pilger unterwegs triffst, mit denen du dich über die unterschiedlichen reisen austauschen kannst. Hast du dich schon entschieden, ob du den Küstenweg oder Camino Frances gehst?

        1. Weder noch. Ich denke ich mache in Saint-Jean-Pied-de-Port Schluss. Ich habe schon seid Tagen nicht mehr richtig Spaß am Fahrradfahren und da ich die Tour ja zum Spaß mache, brauche ich ja nicht weiterfahren, nur weil ich es mir vorgenommen habe.

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