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Kategorie: Jakobsweg

25. bis 30. Etappe

25. bis 30. Etappe

25. Etappe

5.5.2016
43 km
Rauf: 1000 m
Runter: 690 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Le Puy-en-Velay nach Sauges

Das war landschaftlich eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Etappe, die ich bisher gemacht habe. Leider war sie auch sehr anstrengend. Nach Le Puy ging es erstmal ewig bergauf, Das Wetter war ausgezeichnet und die Sonne brannte vom Himmel. Leider bot der Weg wenig Schatten. Danach ging es gut 9km nur bergab. Das war toll. Ich habe nur einmal kurz angehalten um den wunderbaren Blick ins Tal des Allier zu werfen. 

(Blick ins Tal des Allier)

Das ist eigentlich ein recht kleiner Fluss, der aber in einem recht tiefen und schmalen Tal fließt, dessen Hänge komplett bewaldet sind. Nach der Überquerung des Alliers ging es dann wieder nach oben und erst kurz vor Saugues wird steil ein wenig bergab.


(Da unten auf der Straße war ich kurz zuvor noch)

In Saugues habe ich in einer recht großen Herberge für Wanderer übernachtet.


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26. Etappe

6.5.2016
32,7 km
Rauf: 530 m
Runter: 530 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 9 km/h

Von Saugues nach Saint-Alban-sur-Limagnole

Zu Beginn dieser Etappe bin ich auf dem wirklichen Jakobsweg geblieben und nicht auf kleine Straßen ausgewichen. Der Weg war zwar recht schön, hat aber auch viel Kraft gekostet, weil man auch bergab auf dem zum Teil steinigen Weg kaum schnell fahren konnte. Es ging allerdings selten bergab sonder meist bergauf. Dazu kam der Wind, der die ganze Seite von vorne oder von der Seite bließ und gegen Nachmittag immer stärker wurde, sodass es trotz Sonne sogar recht kalt war. Gegen Mittag nach nur 33 km war ich so erschöpft, dass ich für den Tag Schluss gemacht habe.Unterschlupf habe ich in einer recht kleinen Herberge gefunden, die von einem Ehepaar geführt wird. Das ganze hatte eine sehr familiäre Atmosphäre. Beim gemeinsamen Abendessen hätte man die 12 Leute, die außerdem mit in der Unterkunft waren, richtig kennen gelernt. Ich habe nur ein bisschen bedauert, dass ich so schlecht französisch kann, weil ich so dem Tischgesprächen kaum folgen konnte.


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27. Etappe

7.5.2016
84,4 km
Rauf: 1030 m
Runter: 1660 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16 km/h

Von Saint-Alban-sur-Limagnole nach Estaing

In dieser Etappe bin ich glaube ich die längste Etappe gefahren, die meisten Höhenmeter sowohl rauf, als auch runter, im Durchschnitt am schnellsten und war am höchsten Punkt, an dem ich bisher war und, so weit ich weiß, sind selbst die Pyrenäen nicht höher.

Nachdem ich am Tag zu vor darüber nachgedacht hatte, aufzuhören, weil mir das fahren überhaupt keinen Spaß gemacht hatte, bin ich natürlich trotzdem weiter gefahren. Der Wind hatte ein bisschen gedreht oder ich habe meine Richtung geändert, auf jeden Fall kam der Wind bei dieser Etappe meist von der Seite und nur selten von vorne. Zum Ausgleich gab es aber auch kurze Strecken auf denen der Wind mich geschoben hat. Er war dafür sogar noch stärker als am Tag zuvor, weshalb man echt aufpassen musste, nicht von den Böhen in den Straßengraben geweht zu werden.

In der Herberge in Saint-Alban waren neben mir noch drei französische Radfahrer. Drei Männer, die in zwei Wochen nach Santiago fahren wollen. Diese habe ich auf der ersten Steigung wiedergetroffen, wo sie angehalten hatten um ein Foto zu machen. 


Danach habe ich sie immer wieder auf dem Weg getroffen. Erst in einem kleine Dorf, wo sie mich auf einen Kakao eingeladen haben, dann bei meiner Mittagspause hoch oben auf einer Ebene, wo der Wind nur so pfiff. (Sie sind einen Umweg gefahren und deswegen hatte ich sie überholt.) 

(Meine drei französischen Weggefährten bei der Mittagspause)

Nachher sind wir ein ganzes Stück zusammen gefahren bis hoch zum Pass Col d’Aubrac (mit 1340m der höchste Punkt meiner Tour). 


Auf der Hochebene von Aubrac hat man zum Teil das Gefühl plötzlich in Irland gelandet zu sein und das nicht nur wegen dem Wind. Es gibt kaum Bäume, nur grasbewachsene Hügel und darauf Steinmaueren, wie es sie in Irland auch überall gibt.


Nach dem Pass ging es dann 18 km und über 1000 Höhenmeter bergab. Das war toll. Unten angekommen wollte ich eigentlich das Etappenende machen, aber weil ich gerade so gut in Fahrt war, bin ich dann noch die 5km in den nächsten Ort gefahren. Dort habe ich die drei Franzosen wiedergetroffen. Diese wollten noch 12 km weiter fahren und fragten mich, ob ich nicht mitkommen will. Da ich noch nicht vollkommen erschöpft war, habe ich das dan getan. Das war auch eine schöne Strecke entlang des Flusses Lot, die kaum Steigungen hatte. 


(Bilder aus der schönen Stadt Estaing)

Übernachtet haben ich in der Gite communal. Das Abendessen habe ich zusammen mit den drei Franzosen selbst gekocht.

Ach ja, ich habe die Hälfte der Strecke nach Santiago jetzt geschafft.


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28. Etappe

8.5.2016
40,2 km
Rauf: 820 m
Runter: 840 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Estaing nach Conques

Gefrühstückt habe ich noch mit den Franzosen zusammen, dann sind diese schon früh losgefahren, während ich erstmal etwas einkaufen war. Da die Drei eine 90km Etappe geplant hatte, war mir sowieso klar, dass ich da nicht noch einen Tag mithalten kann.
Die Etappe ging zuerst wieder entspannt am Lot entlang, dann aber recht steil bergauf. Zwei Berge lagen auf dem Weg nach Conques. Am zweiten Berg habe ich Jean-Paul getroffen, einen älteren Mann, der mit seinem Elektrofahrrad nach Santiago fährt. Er ist Belgier, lebt aber in Frankreich und spricht sehr gut deutsch, weil er lange in Deutschland gearbeitet hat. Jean-Paul hat gerade seine Mittagspause gemacht und wir haben uns ein wenig unterhalten, bevor ich weiter gefahren bin. Er hat mich dann am Berg eingeholt, weil er mit seinem Elektrofahrrad bergauf schneller ist, als ich. Dafür habe ich ihn bergab wieder überholt. 


(Conques, die bis jetzt schönste Stadt auf meinem Weg.)

Schließlich haben wir zufällig in Conques in der gleichen Herberge übernachtet . Oder auch nicht ganz so zufällig, weil dies die größte Herberge in Conques war, mit 96 Betten, die wohl auch größtenteils belegt waren. Die Unterkunft gehörte zu einem Kloster und man konnte an den Gebeten der Mönche teilnehmen. Ich habe am Nachmittags und Abendgebet teilgenommen. Beide waren von der Stimmung her sehr schön. Es wurde viel gesungen und es war auch nicht schlimm, dass ich sonst vom Französisch nicht viel verstanden habe. Beim Abendgebet habe ich außerdem ein Stück aus der Bibel auf deutsch vorgelesen. Man hatte mich beim Check-In in die Unterkunft gefragt, ob ich das machen könnte. Die suchen sich wohl immer Pilger, die andere Sprachen sprechen. Kurz vorm schlafen gehen, gab es dann noch Orgelmusik und dazu wurde die Kirche beleuchtet.

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29. Etappe

9.5.2016
47,4 km
Rauf: 620 m
Runter: 710 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14 km/h

Von Conques nach Figeac

Bei dieser Etappe war ich die ganze Zeit mit Jean-Paul unterwegs. Wir haben in etwa das gleiche Tempo. Bergauf ist er wegen seinem Elektrorad schneller, bergab und auf geraden Strecken bin ich etwas schneller. Die Strecke, die wir gewählt haben, verlief etwas weiter weg vom eigentlichen Jakobsweg. Dafür haben wir uns einige Berge gespart. Erst ging es sehr flach wieder am Lot entlang, dann gab es aber doch noch eine längere Steigung.


(Jean-Paul auf einer Brücke über den Lot)

 Auf dem Berg hat es außerdem angefangen zu Regnen und schließlich hat es sogar richtig stark geregnet. Leider habe ich das Gefühl, dass meine Regenjacke immer undichter wird und als wir schließlich in Figeac angekommen war, war ich ziemlich durchnässt. Ich hab dann versucht eine neue Regenjacke zu kaufen, aber kein passendes Geschäft gefunden.
Übernachtet habe ich wieder in einer Herberg, die zu einem Kloster gehört. Dort gab es Übernachtung, Abendessen und Frühstück gegen Spende.


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30. Etappe

10.5.2016
47,9 km
Rauf: 680 m
Runter: 570 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13 km/h

Von Figeac nach Varaire

Heute morgen sind Jean-Paul und ich auf unterschiedlichen Wegen weiter gefahren. Er nimmt wieder einen Weg, der vom Jakobsweg entfernt verläuft. Da es auf dem Weg aber kaum Unterkünfte gibt, habe ich mich entschieden, doch näher am Jakobsweg zu bleiben. Also war ich heute wieder alleine unterwegs.
Entgegen der Ansage des Wetterberichtes, dass es den ganzen Tag regnen sollte, ist heute kein Tropfen gefallen. Stattdessen war strahlender Sonnenschein und es ist richtig warm, zum Teil fast schwül, geworden. Ansich war die Etappe nichts besonderes, sie war weder überragend schön, noch gab es viele Steigungen.
Heute übernachte ich in einer kleinen Gite, die sehr schön gelegen ist, in einem kleinen Dorf. Hier gibt es kleine Zimmer mit nur 4 Personen, was sehr angenehm ist, weil ich einige Nächte in großen Schlafsälen verbracht habe. Außerdem gibt es hier einen hübschen Garten und eine Küche, in der ich mir mein Abendessen selbst kochen konnte.


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23. und 24. Etappe

23. und 24. Etappe

23. Etappe

2.5.2016
54,2 km
Rauf: 1140 m
Runter: 690 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Montbrison nach Saint-Georges-Lagricol

Das war nicht nur die Etappe auf der ich insgesamt die meisten Höhenmeter gemacht habe, ich habe auch den höchsten Punkt meines bisherigen Weges erreicht. Entsprechend anstrengend war die Etappe. Trotz der Tatsache, dass ich viele Stücke schieben musste, hatte ich aber schon recht früh die ersten 30km und den Pass bei 1140m hinter mir, an dem ich eigentlich übernachten wollte.

Ich habe also beschlossen noch ein kleines Stück weiter zu fahren. Das Hotel im nächsten Dorf konnte ich nicht erreichen und ging davon aus, dass die Mittagspause machen. Also bin ich einfach mal in die Richtung gefahren. Ich hatte nicht bedacht, dass Montag war und Montags hat hier Gefühlt mehr geschlossen als Sonntags. Das Hotel hatte also Ruhetag, alle Restaurants im Dorf ebenfalls und auch ein weiteres Hotel, dass nicht zu teuer war, war zu. Es war dann schon früher Nachmittag und ich hatte immer noch keine Unterkunft in Aussicht und seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, weil auch alle Läden auf meinem Weg zu hatten. Nachdem ich dann doch einen geöffneten Supermarkt gefunden hatte, habe ich also erstmal eine Mittagspause eingelegt und sämtliche Unterkünfte im Umkreis von 15km angerufen, auch die, die nicht auf dem Weg lagen. Genau eine habe ich schließlich erreicht und zu meiner Erleichterung hatten sie noch einen Platz für mich. Leider musste ich dorthin noch 12 km weiter fahren. Es ging zwar auch viel bergab, aber auch immer wieder bergauf. Insgesamt war dies also eine sehr anstrengende Etappe. Dafür wurde man auch immer wieder mit einer wunderschönen Bergwelt belohnt.
In der Gite, in der ich schließlich untergekommen bin, waren außer mir noch 4 weitere Pilger. Zwei aus Deutschland, einer aus Holland und einer aus dem Elsass, der aber auch deutsch konnte. Sie erzählten mir, dass sie alle am Tag zuvor bei dem Pass Schnee hatten. Ich habe also wirklich Glück gehabt, dass ich einen Tag später da war.


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24. Etappe

3.5.2016
39,3 km
Rauf: 570 m
Runter: 770 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Saint-Georges-Lagricol nach Le Puy-en-Velay

Nach der anstrengenden Etappe von gestern, war dies ein kurze Etappe nach Le Puy-en-Velay, dem Ziel von vielen Pilgern, die in Cluny starten und der Startpunkt für viele Pilger, die nach Santiago de Compostela pilgern. Angeblich gehen hier im Mai durchschnittlich jeden Tag 100 Pilger los.
Aber nun erstmal etwas zu meiner Etappe. Das Wetter war heute unbeständig. Immer wieder hat es genieselt, aber niemals stark geregnet. Da es dabei diesmal nicht so kalt war, war es eigentlich ganz angenehmes Wetter. Am Anfang ging es noch stark auf und ab und ich war die ganze Zeit auf einer sehr viel befahrenen Straße unterwegs. Dann gab es ein langes Stück, bei dem es nur bergab ging und wo ich es dann plötzlich sehr gut fand, auf einer großen und guten Straße zu sein, weil ich hier einfach rollen lassen konnte und Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreicht habe.

(Burg von Polignac)

Kurz vor Le Puy-en-Velay ging es dann noch mal über einen Berg, aber der hat sich gelohnt, weil man von dort oben einen wunderbaren Blick auf Le Puy hatte. In Le Puy gibt es zwei riesige Felsensäulen aus Basalt. Auf der einen steht eine Kirche auf der anderen eine 16 m hohe Marienstatue.
Ich hatte mir schon zuvor überlegt einen Ruhetag in Le Puy einzulegen und jetzt war ich um so froher diese schöne Stadt dafür gewählt zu haben.

Die Gite in der hier untergekommen bin, ist leider nicht so toll. In einem 6-Mann-Zimmer zu schlafen, finde ich nicht so schlimm, aber die Betten sind ganz schrecklich ungemütlich. Dafür habe ich mir abends dann ein Abendessen in einem teuren Restaurant gegönnt, nachdem ich den ganzen Tag über nur einen Apfel und zwei Stücke Käse gegessen hatte. Ich hatte einen kleinen grünen Salat, der gar nicht klein war, sondern ein riesiger Telle von und dannach eine Wurst mit Grünen Linsen, die hier aus Le Puy kommen und eine Spezialität sind.


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Ruhetag

4.5.2016

Heute habe ich dann meinen Ruhetag. Ich hatte eigentlich vor mal auszuschalfen, aber das hat schließlich nicht geklappt, weil im Schlafsaal alle früher aufgestanden sind und das Bett so ungemüdlich war, dass man nicht länger als nötig liegen bleiben wollte. Nach dem Frühstück habe ich dann die Stadt erkundet, bin auf die Marienstatue gestiegen, von wo man einen tollen Blick über die Stadt und das umliegende Land hatte und habe die Kathedrale besucht. Jetzt werde ich noch ganz in Ruhe meine Karten für die nächsten Tag vorbereiten und ein kleines Packet nach Hause schicken, mit Zeug, dass ich nicht mehr brauche und dass ich nicht länger mit mir herumschleppen möchte.

20. bis 22. Etappe

20. bis 22. Etappe

20. Etappe

29.4.2016
44,8 km
Rauf: 510 m
Runter: 760 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13 km/h

Von Propières nach Noailly

Nach anfänglichem auf und ab, überwog schließlich das bergab fahren und machte diese Etappe zu einer eigentlich nicht besonders anstrengenden. Trotzdem war ich den ganzen Tag ziemlich kaputt. Wahrscheinlich noch Nachwirkungen der sehr bergigen Tour am Tag zuvor.
Am Anfang ging noch durch eine schöne Berglandschaft mit einem wunderschönen Tal. Ich habe mich nicht genau an den Jakobsweg gehalten sonder bin auf den etwas größeren Wegen oder kleinen Straßen geblieben, da diese echt nervig ist, wenn es endlich bergab geht und man nicht einfach rollen lassen kann, weil der Weg zu matschig ist oder riesige Schlaglöcher hat. Mittags bin ich ins Restaurant gegangen, weil ich Lust auf was warmes hatte. Leider war das etwas schwierig, weil ich die Speisekarte kein bisschen verstanden habe. Es gab ein Menü, aber man musste für Vor-, Hauptspeise und Nachtisch jeweils aus 2 bis 3 Alternativen wählen. Ich habe dann einfach zufällig irgendeins genommen, weil mir nichts davon etwas sagte. Am Ende hatte ich Pastete mit etwas Salat zur Vorspeise, ein Würstchen (das seltsam war) und Gnocci mit Tomatensoße zur Hauptspeise und ein super leckeres Gebäck mit Schokolade (sowohl außen rum, als auch als Füllung) zum Nachtisch.
Dann war ich satt und das Fahrradfahren war noch anstrengender. Da es dank der Sonne richtig schön warm geworden war, habe ich mich erstmal auf eine Bank gesetzt und etwas gelesen. Leider war es so ohne Bewegung dann doch ein wenig kühl und ich habe das nicht lange durchgehalten. Sehr weit bin ich dann nicht mehr gefahren. In Noailly habe ich in der Gite Communal geschlafen und war die einzige in einer Unterkunft mit 5 Mann Schlafsaal, Küche und Aufenthaltsraum.


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21. Etappe

30.4.2016
29,9 km
Rauf: 390 m
Runter: 330 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11 km/h

Von Noailly nach St.-Jean-St.-Maurice-sur-Loire

Es war Regen angesagt und deswegen hatte ich überlegt eine weiter Nacht in Noailly zu bleiben, doch als ich morgens aufgestanden bin, strahlte die Sonne. Also bin ich doch losgefahren und das war ein Fehler. Ich bin nicht all zu weit gekommen, bevor es erst sachte zu nieseln begann, dann immer stärker zu regnen. Ich hab mich dann erstmal ein einem Torbogen untergestellt und meine Wetter-App befragt, die mir schnell bestätigt hat, dass das Wetter nicht mehr besser wird. Also habe ich entschieden nur noch ein kleines Stück weiter zu fahren. Am frühen Mittag bin ich dann in St.-Jean-St.Maurice-sur-Loire angekommen. Hier gibt es eine Pilgerunterkunft im alten Pfarrhaus, deren Schlüssel man in der Touristeninformation bekommt. Leider hatte diese Mittagspause. Ich stand also im strömenden Regen und habe überlegt, wo ich jetzt hinfahre, bis die wieder aufmachen, als die Frau von der Touristeninformation kurz vorbei kam. Sie hat mich dann gleich in die Unterkunft gelassen, obwohl man diese eigentlich erst ab 17 Uhr beziehen darf. Wahrscheinlich hatte sie Mitleid mit mir.

(Blick von St-Jean-St-Maurice-sur-Loire auf die Loire, als es am Nachmittag kurz aufgehört hat zu regnen)

Leider war hier die Heizung kaputt, weshalb man mir angeboten hat, dass man mir noch eine andere Unterkunft sucht, aber da ich mich bereits all mein Zeug zum trocknen aufgehängt hatte und keine Lust hatte, wieder alles zusammen zu packen, habe ich mich entschieden, dort zu bleiben. 
(Schild mit den Entfernungen in der Unterkunft, nur noch 1678km)

In der kleinen Küche habe ich mir dann heißen Tee gekocht und meine Flasche ebenfalls mit kochendem Wasser gefüllt, sodass sie als Wärmflasche dienen kann und mich in meinen Schlafsack zurückgezogen und geschrieben.


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22. Etappe

1.5.2016
56,8 km
Rauf: 600 m
Runter: 560 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15 km/h

Von St-Jean-St-Maurice-sur-Loire nach Montbrison

Heute hat es nicht mehr geregnet, aber dafür hatte ich das Gefühl, dass es noch kälter war. Außerdem war es sehr windig, aber da will ich mich mal nicht beschweren, weil der Wind nämlich von hinten kam. Heute Morgen ging es ein großes Stück bergauf, dann aber auch sehr viel bergab. Dabei war ich fast die ganze Zeit auf kleinen geteerten und manchmal auch etwas größeren geteerten Straßen unterwegs, sodass ich echt gut voran gekommen bin.

(Die Kühe fanden mich sehr spannend, wie ich mich da den Berg an ihrer Weide entlang hochquäle)

In Montbrison habe ich dann Unterkunft bei einer Frau gefunden, die selbst viel pilgert und deswegen Pilger bei sich aufnimmt.


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18. und 19. Etappe

18. und 19. Etappe

18. Etappe

27.4.2016
40,2 km
Rauf: 340 m
Runter: 330 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13 km/h

Von Buxy nach Cluny

Ich habe mir eine recht kurze und entspannte Etappe gegönnt. Es ging weiter die ganze Zeit auf der Fahrradstraße bis nach Cluny, wo ich schon am frühen Mittag angekommen bin. Da die Unterkunft, in der ich übernachten wollte, noch geschlossen hatte, habe ich mein Fahrrad kurzerhand in der Stadt abgestellt. Dann bin ich erstmal Pizza essen gegangen und habe die Abtei von Cluny besichtigt.

Ich habe mir sogar einen Audioguide gegönnt. Das war wirklich interessant. Vor dem Bau des Petersdom stand in Cluny die größte Kirche der Welt. Davon ist heute leider kaum noch was übrig, weil sie nach der Französischen Revolution als Steinbruch genutzt und fast vollständig abgerissen wurde. Nur das Kloster und ein Kirchturm stehen noch.


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19. Etappe

28.4.2016
47,5 km
Rauf: 980 m
Runter: 680 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Cluny nach Propières

Heute war es dann vorbei mit den flachen Etappen. Ich habe die Ausläufer des Zentralmassiv erreicht. Dafür war es heute super sonnig und wieder etwas wärmer. Oder das ist mir nur so vorgekommen, weil es so viel bergauf ging. Einerseits nerven so Gebierge ja beim Fahrradfahren, andererseits belohnen sie einen immer wieder mit fantastischer Aussicht. Ich habe allerdings nur wenige Fotos davon gemacht, weil ich meist zu faul war, mein Handy auszupacken.

(hier fehlen leider ein paar Bilder)
Jetzt bin ich ziemlich kaputt in einer kleinen Unterkunft angekommen, die mitten im Nirgendwo liegt. Hier gibt es außerdem einen Hund, Katzen (angeblich 8, aber ich habe erst zwei gesehen), Kaninchen, Hühner und bestimmt noch mehr Tiere, die ich noch nicht entdeckt habe. Außer mir sind auch noch 3 französische Pilger hier. Ich wurde gleich mit einem heißen Kakao begrüßt und gleich gibt es was zum Abendessen. Das tut nach so einer anstrengenden Tour gut. Morgen geht es dann schon wieder bergab ins Tal der Loire.


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13. bis 17. Etappe

13. bis 17. Etappe

13. Etappe

22.4.2016
52,1 km
Rauf: 870 m
Runter: 660 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Bourbonne-les-Bains nach Langrès

Diese Etappe war recht ereignislos, sodass ich mich fast nicht mehr daran erinnere. Das Wetter war noch mal richtig gut. Einzig spannender Stelle war eine nicht wirklich für Fahrradfahrer geeignete Brücke, bei der ich ein wenig Angst hatte, dass ich gleich mit Fahrrad im Bach lande.


Zum Etappenziel nach Langrès ging es dann noch mal richtig schön bergauf, sodass schieben angesagt war. Dafür war Langrès dann echt schön und man hatte dort eine tolle Aussicht aufs Land rundum.

Übernachtet habe ich in einer winzigen Pilgerherberge mit nur zwei Betten, dafür aber mit kleiner Küche und das ganze für nur 8€. In Langrès kreuzten sich der Jakobsweg und ein Pilgerweg von Canterbury nach Rom. Der andere Pilger in der Unterkunft war auf diesem unterwegs.

Am Abend hat es dann angefangen zu regnen.


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14. Etappe

23.4.2016
41,8 km
Rauf: 530 m
Runter: 570 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Langrès nach Grancey-Le-Château

Eine Etappe über kleine Sträßchen mitten durch den Wald und über Felder. Der Weg hier war sehr einsam und wäre sicher wunderschön gewesen, wenn das Wetter besser gewesen wäre. Leider hat es die ganze Zeit ziemlich stark geregnet und es war sehr kalt. Deswegen habe ich auch schon um 12 Uhr in Grancey-le-Château entschieden, dass ich genug habe. Mittlerweile war das Wasser nämlich in meinem Pullover bis zu den Ellebogen hochgezogen und ich war komplett durchgefroren. Kurz vor Grancey-le-Château gibt es einen Reiterhof, der von Deutschen betrieben wird. In diesem habe ich das letzte freie Zimmer bekommen und erst mal eine heiße Dusche genommen.
Da es kurz nach meiner Ankunft hier aufgehört hat zu regnen und nur noch grau und neblig war, habe ich mich entschieden die Umgebung noch mal ohne Gepäck zu erkunden und vor Allem einen Laden zu suchen, in dem ich etwas zu essen kaufen konnte.
Grancey-le-Château ist wirklich schön. Leider hatte der einzige Laden über Mittag zu und ich hätte noch über eine Stunde warte müssen, bis er wieder aufmacht. Also habe ich mich bis zum Abendessen mit einem Apfel begnügt.

(Blick auf Grancey-le-Château, leider bei schlechtem Wetter.)


(Kapelle von. Grancey-le-Château-le-Château)

Das hat sich aber gelohnt, denn das Abendessen war echt toll. Mit Vorspeise, Haupmenü, Käse und Nachtisch und alles super lecker. Am Tisch gesessen habe ich mit drei Leuten aus Berlin und Zweien aus der Schweiz. Das heißt ich hatte auch endlich wieder jemanden mit dem ich Deutsch sprechen konnte.

Ach ja, mit dieser Etappe habe ich 1/4 des Weges nach Santiago geschafft.


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15. Etappe

24.4.2016
80 km
Rauf: 1010 m
Runter: 1160 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Grancey-le-Château nach Fixin

Eigentlich hatte ich überlegt einen Tag Pause einzulegen, da es auf dem Reiterhof so schön war und das Wetter noch einen Tag schlecht bleiben sollte. Da ich morgens aber von Sonne geweckt wurde, habe ich mich entschieden doch weiter zu fahren. Und dann habe ich direkt übertrieben und eine 80 km Etappe hingelegt.

Bis Dijon bin ich auf kleinen Landsträßchen gefahren und es ging recht viel bergab, sodass ich super schnell vorwärts gekommen bin. Der Jakobsweg führt am Rand von Dijon vorbei und da ich keine Lust auf Großstadt hatte, bin ich ihm gefolgt. Vor dem See Kir war das ein Fehler, da der Weg hier auf super engen Trampelpfaden, die kaum befahrbar waren, verlief. Um den See hatte man dann das Gefühl richtig in der Stadt zu sein, weil hier echt viel los war. Es gab aber einen super Fahrradweg. Die lange Etappe kommt auch daher, dass ich Dijon hinter mich bringen wollte. Hinter Dijon fing dann der Weinbau an. Hier ging es durch kleine Weindörfer von denen auch mein Etappenziel Fixin eines war. In Fixin sollte es eine billige Pilgerunterkunft geben. Leider war diese über 5 km entfehrnt und zwar bergauf. Im Wald auf dem Weg dahin hat mich dann ein Ehepaar abgefangen, um mir zu sagen, dass ich den Jakobsweg verlassen hatte. Als ich Ihnen verständlich gemacht habe, dass ich eine Unterkunft suche, haben sie mich kurzerhand zu sich eingeladen. Sie führen eine kleine Unterkunft, die für Jakobspilger aber kostenlos ist. Selbst eine Spende wollten sie nicht. So hatte ich eine Unterkunft mit Abendessen, Frühstück und Lunchpacket für umsonst. Außerdem waren die beiden echt nett, wenn auch die Verständigung auf Französisch etwas schwierig war.


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16. Etappe

25.4.2016
47,9 km
Rauf: 400 m
Runter: 460 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Fixin nach Meursault

Diesmal eine etwas kürzere Etappe durch die Weinberge. Erst ging es auf kleinen Landstraßen durch die Weindörfer, dann ab Beaune auf der Véloroute. Das ist ein schmaler geteerter Weg extra für Fahrradfahrer. Heute war es eisig kalt und ich habe trotz Pulli und zwei Jacken sehr gefroren. Deswegen habe ich in Beaune einen Zwischenstopp eingelegt und in einem Café einen Kakao getrunken.


(Basilique Notre-Dame in Beaune.)

In Meursault habe ich in einer Wanderunterkunft mit einem Schlafsaal mit 8 Betten übernachtet. Ich war die einzige im Schlafsaal. Hier gab es auch eine klein Küche, sodass ich entschieden habe mir etwas zu kochen. Der Supermarkt in Meursault hatte leider geschlossen und sonst gab es keinen weiteren. Also habe ich mich in den Nachbardörfern auf die Suche gemacht. In jedem gibt es bestimmt 100 Weingeschäfte, aber keinen einzigen Supermarkt oder anderen Laden. Schließlich bin ich 8km hin und zurück gefahren, um einzukaufen. Dafür habe ich mir dann ein leckeres Curry gekocht.


(Haus mit buntem Dach, wie es sie im Burgund häufig gibt.)


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17. Etappe

26.4.2016
49,8 km
Rauf: 390 m
Runter: 380 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13 km/h

Von Meursault nach Buxy

In der Nacht hat es geregnet. Heute morgen war es aber nur noch grau und kalt. Außerdem blies heute ein kalter Wind, natürlich meist von vorne. Das Wetter ist echt zu kotzen und es wird wohl noch so bleiben. Zwar soll es jetzt weniger regnen, aber die Temperaturen liegen noch immer zwischen 1°C und 10°C. Die Strecke heute war dafür richtig schön. Es ging fast die ganze Zeit auf einer extra Fahrrad- und Wanderstrecke zuerst an einem Kanal entlang und dann über Felder und durch den Wald. Dabei ging es kaum bergauf und bergab. Trotzdem war ich heute recht kaputt. Vielleicht wegen der langen Strecke vorgestern und dem Gegenwind. Außerdem tut mein eines Kniegelenk etwas weh.
Jetzt habe ich mir mal wieder ein Hotel gegönnt. Leider gab es nur noch die etwas teureren Zimmer. Da ich aber keine Lust hatte noch weiter zu fahren, habe ich mir das gegönnt. Und das Zimmer hat sogar eine Badewanne, sodass ich erstmal ein Bad genommen habe. Jetzt gleich gehe ich raus und suche mir einen schönen Platz um die Reste meines Curry von gestern zu futtern.


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9. bis 12. Etappe

9. bis 12. Etappe

9. Etappe

18.4.2016
48,1 km
Rauf: 360 m
Runter: 390 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Mechy nach Vandières

Das war eine enspannte Etappe. Erst bin ich über die Landstraße nach Metz geradelt. Dort habe ich mir die Kathedrale angeguckt, die mir sehr gut gefallen hat, insbesondere die Fenster.


 Danach ging es entlang eines Kanals der Mosel auf einem Radweg. Einige Zeit habe ich damit verbraucht im Gewerbegebiet hinter Metz Kettenöl zu finden, da die Kette nach der Fahrt am Tag zuvor durch Pfützen und Matsch nicht mehr wirklich gut geölt war. Außerdem konnte ich bei der Gelegenheit auch meine Sattelfederung ölen, sodass diese jetzt nicht mehr bei jeder Bewegung knarzt. Außerdem funktioniert sie jetzt wieder, was bei Schotterwegen echt angenehm ist.

Danach ging es weiter entlang der Mosel. Leider hatte diese Hochwasser, sodass ein Teil des Radweges etwa 10 cm tief unter Wasser stand. Ich habe mir also nasse Füße geholt, aber mein Fahrrad ist jetzt wieder etwas sauberer.


Übernachtet habe ich in einer kleinen Herberge. Dort habe ich zwei ältere Damen getroffen, die zu Fuß von Köln nach Santiago pilgern. Wir haben gemeinsam zu Abend gegessen. Das Abendessen war richtig gut, mit drei Gängen und super lecker.


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10. Etappe

19.4.2016
57,6 km
Rauf: 590 m
Runter: 530 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11 km/h

Von Vandrières nach Choloy-Ménillot

Wieder eine sehr entspannte Etappe. Ich bin jetzt in einem deutlich flacheren Gebiet als vor Trier und das merkt man beim fahren. Außerdem bin ich inzwischen wohl doch auch ein bisschen trainierter. Das Gepäck nehme ich nicht mehr so stark wahr, wie am Anfang. Die Strecke ging wieder zum Teil an der Mosel entlang und dann schließlich durch Toul. Auch dort habe ich mir wieder die Kathedrale angeschaut, welche mir noch besser gefallen hat, als die in Metz.


  
Übernachtet habe ich in einem kleine Dorf kurz hinter Toul, bei einer Familie, die Pilger aufnimmt. Das war super nett, auch wenn wir ein wenig Schwierigkeiten hatten zu kommunizieren, weil sie nur recht schlecht englisch sprachen und ich nur recht schlecht französisch. Letztlich haben wir es aber trotzdem hinbekommen uns zu unterhalten. Gekostet hätte mich das ganze mit Abendessen und Frühstück gar nichts. Ich habe der Frau am Morgen aber eine kleine Spende gegeben, die sie kaum annehmen wollte.


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11. Etappe

20.4.2016
80,2 km
Rauf: 920 m
Runter: 820 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Choloy-Ménillot nach Contrexéville

Das war meine bisher längste Etappe. Eigentlich wollte ich nur bis Neufchateau fahren, dass etwa 40km entfernt war, aber dann war ich schon um kurz vor 12 Uhr kurz vor dem geplanten Ziel und habe mich entschieden weiter zu fahren. Da ich jetzt in einem schwach besiedelten Gebiet bin, gibt es aber nur recht selten Unterkünfte und so musste ich bis Contrexéville weiter fahren. Dabei bin ich oft lange Stücke gefahren ohne auch nur einen Menschen oder ein Haus zu sehen. Außerdem war es heute richtig warm und ich habe mir direkt mal einen Sonnenbrand an den Armen geholt, weil ich die Sonne unterschätzt habe.

In Contrexéville angekommen war ich dann ziemlich kaputt. Da ich noch keine Unterkunft reserviert hatte, habe ich in der Touristeninformation nachgefragt. Die hat ein paar Leute angerufen, die gerne Pilger aufnehmen, aber keiner konnte mich aufnehmen. Nach viel Sucherei mit der Hilfe eines netten Mannes habe ich dann schließlich eine halbwegs bezahlbare Unterkunft in einem Hotel gefunden. Zum Campen ist es leider im Moment nachts zu kalt. Während es Tags gut 20° ist, geht die Temperatur nachts auf 2°-4° runter.

Ach übrigens, direkt neben Contrexéville liegt Vittel, wo das Vittel Wasser herkommt.


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12. Etappe

21.4.2016
50,8 km
Rauf: 630 m
Runter: 720 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 9 km/h

Von Contrexéville nach Bourbonne-les-Bains

Heute hatte ich eigentlich eine länger Etappe geplant, weil es von Contrexéville nach Bourbonne-les-Bains nur 38 km sind. Leider habe ich mich dann auf halber Strecke im Wald total verfahren. Dort war in meinem Büchlein eine Alternative Route für Fahrradfahrer angegeben und ich dachte, ich würde die auch fahren, aber dann wurde der Weg immer Homburger und immer schmaler und irgendwann war ich auf einem Trampelpfad. Dabei bin ich die ganze Zeit bergab gefahren, weshalb ich nicht rumdrehen wollte, sonder gehofft habe, dass der Pfad irgendwann auf die Straße führt, auf die ich wollte. Er führt auch erst in die richtige Richtung, aber dann knickte er ab, sodass er ungefähr 800m parallel zu Straße ging. Tja und dann hörte er an einem Zaun auf. Ich habe dann versucht mich die 800 m zur Straße durchs Unterholz durch zuschlagen, was mit Fahrrad ziemlich anstrengend war. Leider hatte das keinen Erfolg, weil mir irgendwann Gestrüpp und umgefallene Bäume den Weg versperrten. Nach etwa einer Stunde herumgeirre, in dem ich echt verzweifelt bin, habe ich dann also doch umgedreht und bin den ganze Pfad bergauf zurück. Das war echt anstrengend, weil der Pfad manchmal recht steil war und auch sehr matschig und so musste ich die ganze Zeit schieben. Als ich dann endlich wieder auf einem etwas festeren Weg war, habe ich an einer Kreuzung den anderen Weg gewählt und der führte dann auch zu Straße runter. Dann war es auch nicht mehr weit bis Bourbonne-les-Bains, aber ich war von der Wald Aktion so kaputt, dass ich entschieden habe hier zu bleiben und nicht mehr weiter zu fahren.

Wenigstens das Wetter war toll und der Wald war auch wirklich schön. Überall haben Vögel gesungen und ich habe sogar ein Reh gesehen.


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4. bis 8. Etappe

4. bis 8. Etappe

Ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, weil ich entweder kein Internet hatte oder zu müde war und obwohl ich auch heute schon wieder recht müde bin, kommt hier trotzdem ein kleines Update über die letzten Tage.

4. Etappe

13.4.2016
48,7 km
Rauf: 950 m
Runter: 1030 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 9 km/h

Von Prüm nach Neuerburg

Das war ein nass-kalter Tag. Wirklich stark geregnet hat es nicht, aber immer mal wieder genieselt. Außerdem war es so kalt, dass ich bei bergab Fahrten mit Fahrtwind zum Teil Pulli und drei Jacken übereinander gezogen habe. Wenn es dann wieder bergauf ging und gerade nicht genieselt hat, wurden alle Jacke wieder ausgezogen. An sich war die Strecke recht schön. Zum Beispiel ein langes Stückchen durch den Wald, in dem es einen riesigen Hang gab, der komplett mit Bärlauch bewachsen war.


Übernachtet habe ich in der Neuerburg. Das ist eine Burg, die zu großen Teilen nur noch eine Ruine ist, aber ein kleiner Teil ist bewohnbar. Ich war in dieser Nacht die einzige Person, die dort übernachtet hat. Ein bisschen gruselig, aber ich war zu kaputt um das zu bemerken.


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5. Etappe

14.4.2016
51,6 km
Rauf: 780 m
Runter: 830 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Neuerburg nach Welschbillig

Wider Erwarten ist das Wetter wieder besser geworden. Insgesamt war die 5. Etappe eine sehr angenehme. Es ging große Stücke an der Sauer flussabwärts. Außerdem habe ich Deutschland zum ersten Mal während der Tour verlassen und bin ein Stück durch Luxemburg gefahren. Danach ging es dann aber doch wieder nach Deutschland.

Hinter Minden wurde es dann noch mal richtig anstrengend, mit einer recht langen Strecke bergauf. Dabei ist mir dann so warm geworden, dass ich in T-Shirt und kurzer Hose gefahren bin.


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6. Etappe

15.4.2016
25,3 km
Rauf: 330 m
Runter: 530 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 8 km/h

Von Welschbillig nach Trier

Diese Etappe war sehr kurz, weil ich in Trier übernachten wollte. So habe ich mir einen ruhigen Tag in Trier gemacht, wo ich schon vor 12 Uhr angekommen bin. Das Wetter war sehr wechselhaft zwischen Nieselregen und strahlender Sonne.


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7. Etappe

16.4.2016
50,1 km
Rauf: 590 m
Runter: 510 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11 km/h

Von Trier nach Perl

In dieser Etappe ging es von Trier bis an die Deutsch/ luxemburgisch/ französische Grenze. Besser bekannt als Perl ist wohl die Stadt auf der anderen Seite der Mosel, nämlich Schengen.

Die Strecke war an sich nicht sehr anstrengend, aber ich hatte kräftigen Gegenwind und es hat zwischendurch immer wieder geregnet. Bis ich meine Regensachen an hatte, hat es dann aber meist schon wieder aufgehört.


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8. Etappe

17.4.2016
48,8 km
Rauf: 600 m
Runter: 620 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Perl nach Mechy

Und heute bin ich dann zum ersten Mal durch Frankreich gefahren. Dabei habe ich mich zu aller erst direkt einmal verfahren und bin mitten im Wald auf immer kleineren und immer matschigeren Wegen gelandet. Irgendwann waren dann sowohl mein Fahrrad als auch ich von oben bis unten voll mit Matsch, sodass sich das Fahrrad kaum noch schieben ließ. Schließlich habe ich es aber doch noch wieder auf einen festeren Weg geschafft. Weiter ging es dann sehr angenehm über kleinere Hügel und immer auf kleinen, kaum befahrenen Landstraßen. Obwohl ich kaum Französisch spreche habe ich trotzdem eine Unterkunft gefunden in einem kleinen Ferienhaus neben einem Pferdestall. Heute Nacht bin ich die einzige hier und habe so den ganzen Schlafraum und die Küche für mich gehabt.

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2. und 3. Etappe

2. und 3. Etappe


2. Etappe

11.4.2016
31,4 km
Rauf: 630 m
Runter: 370 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 9 km/h

Von Kreuzweingarten (Haus Maria Rast) nach Blankenheim (Jugendherberge)


(Mein bepacktes Fahrrad im Friedwald Iversheim)

Das war eine kurze dafür um so bergigere Etappe. Ich habe das Gefühl mein Fahrrad fast so viel geschoben zu haben, wie ich es gefahren bin.

Gedanken des Tages: Wie viele Kilometer muss ich noch? Wie das war nur ein 1km, dass fühlte sich an wie 5 (immer wenn ich auf die Karte geguckt habe)? Ich hasse es bergab zu fahren, weil es dahinter immer gleich wieder bergauf geht. Endlich oben, oh, da kommt ja gleich der nächste Berg.

(2 Meter breites Haus in Blankenheim)

Übernachtet habe ich in der Jugendherberge Burg Blankenheim. Da dort auch zwei Grundschulklassen übernachtet haben, habe ich leider nicht so gut geschlafen.


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3. Etappe

12.4.2016
47,9 km
Rauf: 940 m
Runter: 970 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 10 km/h

Von Blankenheim nach Prüm (Jugendherberge)

Eigentlich ist der dritte Tag immer der an dem ich am wenigsten schaffe. Diesmal nicht. Ich hatte mir eigentlich nur eine recht kurze Tour vorgenommen. Da ich schon um 12 Uhr an der Stelle war, an der ich aufhören wollte, bin ich dann noch weiter gefahren. Leider gab es dann für weiter 17 km keine Unterkunft, sodass ich bis Prüm durchfahren musste.
Nach anfänglichem Nebel in Blankenheim, war heute wieder ein sehr sonniger Tag, sodass ich sogar zum Teil im T-Shirt gefahren bin. Kurz vor Prüm fing es dann an zu Donnern und ich hatte schon sorgen jetzt mitten auf dem Berg vom Gewitter überrascht zu werden. Zum Glück habe ich es dann aber noch zur Jugendherberge geschafft. Nass bin ich trotzdem geworden. 

(Fernblick und wunderschönes Wettter zwischen Nonnenbach und Waldorf)

Ich merke, dass ich jetzt langsam richtig gut drin bin. Die doch recht lange Strecke mit einigen Steigungen ist mir heute deutlich leichter gefallen, als die Tour gestern.
Außerdem war der Weg heute sehr einsam. Zum Teil habe ich für fast ne Stunde oder so keinen Menschen und kein Haus gesehen.


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1. Etappe

1. Etappe

10.4.16
52,1 km
Rauf: 570 m
Runter: 370 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12 km/h

Von Hürth nach Kreuzweingarten (Haus Maria Rast)

Heute bin ich so um kurz nach 10 Uhr losgefahren, nach dem ich in der Nacht nur wenige Stunden geschlafen hatte, weil ich noch die GPS Karten für den Weg fertig gemacht habe. Gewicht aller Taschen zusammen: etwa 25 kg. Das merkt man beim Fahren sofort.

Schon in Hürth habe ich es geschafft mich zu verfahren. Ob ich wohl bis zum Ende dieses Urlaubs rechts und links unterscheiden kann? Ansonsten ist die Navigation mit komoot in Kombination mit der Ausschilderung des Jakobswegs sehr gut, sodass ich nur in selten Fällen in mein Büchlein schauen musste. Meinen ersten Pilgerstempel habe ich mir an St Martin in Hürth-Fischenich geholt. Bei der netten Frau musst ich mich in ein Pilgerbüchlein eintragen. Außerdem habe ich einen Apfel und ihren Segen für meine weiter Fahrt bekommen. Kurz hinter Brühl ging es dann zum ersten Mal richtig bergauf. In Walberg nach einem längeren Stück bergauf stehe ich vollkommen erschöpft neben meinem Fahrrad und mache eine kurze Pause, als ich ein älteres Ehepaar ganz entspannt den Berg hochkommen sehe. Ich bin schon ein bisschen frustriert und zweifle an meiner Kondition, als ich sehe, dass die beiden auf Elektrofahrrädern unterwegs sind. Na gut, an meiner Kondition zweifle ich trotzdem. Mit dem Gepäck hinten drauf muss ich schon bei kleineren Anstiegen sehr oft schieben.
Die erste richtige Pause habe ich am Swister Turm gemacht. Das ist ein sehr alter Kirchturm, der ohne Kirche mitten auf dem Feld steht. Drumherum ist ganz neu eine Parkanlage angelegt worden, die heute eingeweiht wurde. Dafür gab es ein kleines Fest und ich habe mir eine Waffel und einen Apfelsaft gegönnt.
Danach hatte es mit dem rauf und runter erstmal ein Ende, denn jetzt ging es an der Erft entlang und das ist selbst wenn man Erft aufwärts fährt recht entspannt. Die einzige anstrengende Stelle hier, war das Stück über einen Deich, die ich nicht hätte nehmen müssen, aber ich war zu faul außen rum zu fahren. Bis kurz hinter Euskirchen bin ich an der Erft geblieben. Dann bin ich abgebogen zu meiner ersten Übernachtung. Das Haus Maria Rast ist eine katholische(?) Bildungsstätte.

(Gartenanlage von Haus Maria Rast und das Haus selbst)

Da sie ein wenig abseits vom Jakobsweg liegt, scheint hier nicht all zu oft ein Pilger vorbei zu kommen, denn die Nonnen, die das Haus betreiben, habe sich sehr gefreut, eine Pilgerin da zu haben. Ich war der einzige Übernachtungsgast und so wurde ich besonder gut versorgt. Schon um 20.30 Uhr bin ich totmüde ins Bett gefallen und habe bis zum nächsten Morgen um 7:30 Uhr durchgeschlafen.

(Wenn man die Karte anklickt kann man die Bilder genauer ansehen)

Jakobsweg

Jakobsweg

Ich werde hier über mein Fahrradtour von Hürth nach Santiago entlang des Jakobsweges berichten. Da ich nicht jeden Tag Internet habe, wird dies auch kein täglicher Bericht.

Alle meine Etappen kann man auf meiner komoot-Seite nachvollziehen inklusive GPS-Tracks, Höhenprofilen und Bildern, die ich am Weg gemacht habe. Diese Seite findet man unter: https://www.komoot.de/user/255307280260
(Auch das hochladen der Tagesetappen kann sich etwas verzögern, wenn ich kein Internet habe.)